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Foto:
Carola Faber
PETER MARGGRAF
BILDHAUER UND ZEICHNER
Er stellt Menschenbilder in Terrakotta
her, dunkelbraune und weißgefaßte Figuren, Torsi
und Köpfe. Auf den ersten Blick rufen sie Beklommenheit
hervor. Da hockt zum Beispiel eine schmale Gestalt mit angezogenen
Beinen und über der Brust gekreuzten Armen, die Haut umschließt
den Körper wie ein brüchiger, notdürftig ausgebesserter
Panzer, der Kopf ist von Verletzungen gezeichnet. Wie viele Figuren
von Marggraf erscheint die Gestalt zusammengestaucht, als wäre
sie an eine unsichtbare Decke gestoßen oder von einer unsichtbaren
Macht zu Boden gedrückt worden. Doch in den deformierten
Gesichtern spiegelt sich bei allem Leiden auch eine stille Ruhe.
Mit geschlossenen Augen, fast lächelnd, lauschen Peter Marggrafs
Geschöpfe nach innen. Sie sind in sich versunken. So sehr
sie der Verletzlichkeit und dem Ausgeliefertsein in einer brutalen
Welt Ausdruck geben, machen sie doch gleichzeitig Kräfte
sichtbar, die von innen kommen.
(Ute-Brigitta Fromhagen)
Die
Werkstatt 2010

Plastiken
aus Ton

Plastiken
aus Bronze

Seine Wachsplastiken
suggerieren trotz ihrer kleinen Höhenmaße eine ihnen
innewohnende Größe und Würde, die in einem intensiven,
geradezu meditativen Schaffensprozeß wurzelt.
Weil das Wachs von Marggraf buchstäblich in der Hand
geformt wurde und Gestalt annahm, haftet den Plastiken eine Intimität
an, die Körpergefühl und spirituelles Empfinden gleichermaßen
ausstrahlt. Die darin eingeschlossene Stille als Moment der Kontemplation
ist allen Arbeiten Peter Marggrafs innewohnend.
(Kurt Märzhäuser)
Der Mensch in der
äußerlichen Darstellung deformiert, zerstört,
zusammengesetzt - aber es ist nichts Endgültiges, die Hände,
der Mund ein zartes Gebilde, jede Figur kann nicht schöner
gestaltet sein. Schönheit ist das Leid, die Not, das Sterben
der Natur, ein innerer Aufschrei.
Jedes Werk ist ein Ganzes, in Form und Farbe. Kein Tod, sondern
neues Erwachen, ganz zaghaft und erschütternd.
(Irene Aportin)

Da aber sitzt einer vor einem Scherbenhaufen
und versucht, trotzig und unbeirrbar wie ein Archäologe,
noch einmal eine Figur zusammenzusetzen , dieses Abbild, diesen
Menschen wieder heil und ganz zu machen. Zwar vermag er ihm die
Hände zurückzugeben oder die vollen Lippen des Mundes
oder die feinen Wimpern an den geschlossenen Augendeckeln - aber
er wird nicht fertig, er kann nicht fertig werden, ein Heilmachen
ist hier jetzt nicht möglich. Einen ganzen Menschen schaffen
zu
wollen, das wäre der gleiche Hochmut, die gleiche Hybris,
die zuvor zur Zerstörung geführt haben. So sehen wir
also in den Plastiken von Peter Marggraf das, was er als einzelner
vom Bild des Menschen mit seiner Kunst zu retten vermag. Kein
völlig heilloser Zustand - darin liegt der Trost für
uns. Aber es mag sein, daß dies der Trost eines Sisyphos
ist - darin liegt die Herausforderung für uns. Doch vielleicht
kommen wir tatsächlich nicht umhin, uns Sisyphos als einen
glücklichen Menschen vorzustellen.
(Hans Georg Bulla)
DER ALTAR IM
ANDACHTSRAUM DER DIAKONISCHEN DIENSTE HANNOVER

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ZEICHNUNGEN UND
DRUCKGRAFIKEN
Auch die Zeichnungen,
kräftig im Körperaufbau, konstruktiv im mit dickem
Graphit gezeichneten Striche, wirken gebrochen, die Menschen
zerstört durch die sich überlagernden, zerrissen, eincollagierten
Teile fotokopierter Gesichter. Stets nur Bruchstücke vom
Menschen, zusammengeflickt und zusammengehalten vom großen
Strich der Überzeichnung.
Peter Marggraf - fragt man ihn - will in seinen Arbeiten, den
Plastiken wie den Zeichnungen, Literarisches, Interpretierbares
zurückdrängen. Peter Marggraf ist auch kein Psychoanalytiker.
Francis Bacon, der englische Maler, ist auch keiner. Aber Peter
Marggraf wie er erschrecken uns mit ihren Gesichten, die Gesichter
im Zustand des Erschreckens über diese Welt, in der wir
leben, festhalten.
(Ludwig Zerull)
ecce
homo (Bleistiftzeichnungen)
Venedig Die Skizzenbücher
Die
Verwandlung (Radierungen)
Er
ist barhäuptig, barfüßig Prosadichtung
von Samuel Beckett (Sechs Radierungen)
Einen Augenblick Ruhe
Zeichnungen zu Gedichten von Gerd Kolter
Offenbarung und Untergang Die Prosatexte von Georg Trakl Drei Bücher
im Schuber mit sechs Holzschnitten
crucifige,
crucifige eum Ein Bronzekreuz
in einer Mappe mit acht Zeichnungen
Ergo Eine Mappe (Gouachen) zu Gedichten von
Peter Piontek
Das
Stundenbuch Gedichte
von Rainer Maria Rilke (drei Bände im Schuber)
DIE TOTENTANZMAPPEN
Der
tanzende Tod Eine Außeninstallation
an der Liebfrauenkirche in Neustadt am Rübge.
Den
Atem tauschen Zeichnungen
(Graphit und Acryl) zu einem Gedicht von Ingeborg Bachmann
Ein Verrückter und Eine Eine Mappe (Frottagen) zu einem Gedicht
von Rainer Maria Rilke
Totentanz Ein Leporello (Graphit und Tempera)zu einem
Gedicht von Clemens Umbricht
Jetzt faßt er mich an Ein Schattenspiel Graphit und Frottage)
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